Stadtgeschichte

Der Name Pressath ist slawischen Ursprungs und dürfte mit der Einwanderung der Sorben-Wenden im 6.-8. Jahrhundert aus dem böhmischen Raum im Zusammenhang stehen. Durch die von Süden her vordringenden Bayuwaren im 9. und 10. Jahrhundert wurde diese Gegend als bayerisches Siedlungsgebiet erschloßen. Boden und Skelettfunde aus jener Zeit auf dem Eichelberg bestätigen dies. Das gewonnene Neuland war Bestandteil der Markgrafschaft der Babenberger aus dem Nordgau und kam 1008 an das neugegründete Bistum Bamberg. 1119 erscheint es bei der Herrschaft Waldeck, deren Gebietserweiterung zur Gründung der Landgrafschaft Leuchtenberg geführt haben. So kam es auch, daß im Mai 1123 Bischof Otto der heilige von Bamberg vor seiner Pommern-Missions- reise sich kurzzeitig in Pressath und Leuchtenberg aufhielt.

Eine Urkunde aus dem Jahre 1124 besagt, daß die "Pressather" ihr Erbhaus bereits 200 Jahre auf dem "Judenberg" innehaben. 1283 kam das Gebiet an die Wittelsbacher Herzöge von Bayern. Der Ort zählte damals 14 Huben, 10 Sölden sowie eine Mühle und eine Pfarrkirche.

Seit 1280 war Pressath Sitz des Unteramtes vom Landrichteramt Waldeck. Nachdem der Markt 1290 von den Geißlern stark heimgesucht worden war, blühte er dennoch in kurzer Zeit wieder neu auf und wurde 1410 zum gebannten und gefreiten Markt erklärt. Während der Hussitenkriege äscherten die Horden des "Prokop des Kleinen" und "Trusina von Schwanberg" Pressath ein. Um die Mitte des 15. Jahrhunderts übernahmen die "Wild von Wildenreuth" und die "Kreß von Dießfurt" den Wiederaufbau.
An letztere erinnern heute noch die 3 Grabplatten aus der damaligen alten Kirche an der Südseite der jetzigen Pfarrkirche St.Georg. Zur selben Zeit wurde -um 1450- auch die heutige Friedhofskapelle St.Stefanus im gotischen Stil erbaut. 1570 wurde mit der Errichtung einer massiven Wehrmauer um den Markt einschließlich drei Toren, drei Türmen, Wall und Graben begonnen und nach mehreren Jahren zu Ende geführt. Ferner wurden 1553 eine Lateinschule, 1554 ein Spital und ein Rathaus gebaut. Der Unterrichter von Waldeck in Pressath, hatte seinen Sitz "auf der Vest´n".

Unter dem oftmaligen Konfessionswechsel hatte Pressath sehr schwere Prüfungen zu bestehen, die durch Seuchen und die Folgen von Kriegen, insbesondere des 30jährigen, eine weitere Steigerung erfuhren. 59 Pressather blieben 1633 bei der Erstürmung durch die Schweden tot auf den Bastionen liegen. Unter ihnen der Richter und Kommandant Simon Schreyer, der Marktbürgermeister Matthäus Oberndorfer und die junge Posthalterstochter Agnes Raith. Das Mädchen hat sich im heroischen Kampf um seinen Heimatort unvergänglichen Ruhm erworben. Die Brände 1676, 1692, 1722, 1759 und 1782 belegten die Einwohnerschaft mit einer ungeheueren Schuldenlast, von der sie sich erst im 19. Jahrhundert nur sehr langsam wieder erholen konnte.

Am 20. Januar 1845 wurde der Markt Pressath durch König Ludwig I von Bayern zur Stadt erhoben.

Von wesentlicher Bedeutung war in der darauf folgenden Zeit der Bau der Bahnlinie Weiden-Bayreuth 1863 und der Lokalbahnstrecke Pressath-Kirchenthumbach 1904. 1876 wurde ein neues Schulhaus in Betrieb genommen, das 1901 durch den Bau eines Mädchenschulhauses eine Entlastung erfuhr. Das längst veraltete Rathaus wurde 1937 durch einen Neubau abgelöst. 1955 konnte Pressath in einer mehrtägigen Feier sein 1000jähriges Bestehen festlich begehen.

Seit dieser Zeit wurde intensiv in die Infrastruktur der Stadt investiert: Kindergarten, Zentralschule, Altenheim, Kläranlage, Ausweisung von Gewerbe- und Industriegebieten, Ortsumgehung Richtung Kemnath und die Fertigstellung der neuen Wasserversorgung.

In den 70er Jahren wurden verschiedene umliegende Gemeinden in die Stadt Pressath eingemeindet sowie die Verwaltungsgemeinschaft Pressath gegründet.

Wappenbeschreibung & -geschichte: Link zum Haus der Bayrischen Geschichte