Steinbühl – Machen wir uns auf den Weg

Steinbühl – Machen wir uns auf den Weg

Ich war noch nicht im Stadtrat, da hieß es schon: „Die Straßen im Steinbühl, die Gehsteige, alles gehört saniert.
Die Stadt hätte hier schon längst anfangen sollen“.
Es könnte jetzt für uns alle auch von Vorteil sein, dass bisher noch kaum Sanierungen durchgeführt wurden, weil wir jetzt die Möglichkeit bekommen, den Steinbühl als Gesamtes zu betrachten.

Im Stadtrat wurde jetzt einstimmig die Grundsatzentscheidung getroffen, ein Sanierungsgebiet daraus zu machen.
Und ich möchte den Bewohnern*innen, an dieser Stelle gleich die Angst vor Aussagen wie „unbezahlbare Maßnahmen. Wir können uns das privat gar nicht leisten, …“ nehmen. Wir können nur so planen, dass wir es uns alle leisten können. Und wir werden versuchen alle mit ins „berühmte Boot“ zu nehmen. Und ich bin mir sicher, dass wir auch in einigen Fällen Lösungen suchen müssen, um soziale Härten auszuschließen.
Aber ihr kennt mich inzwischen. Wenn wir von vorneherein immer sagen, wir können es uns nicht leisten, dann können wir auch alles liegen lassen und weiter wursteln. Lasst uns planen und Ideen sammeln und dann einen Finanzierungsplan erstellen. Dann werden wir entscheiden, was wir verwirklichen können und wo wir eventuell Einsparungen einplanen müssen.

Wir können es gemeinsam erreichen, wenn wir richtig planen. Klar können wir auch, mal dort einen Gehsteig sanieren, dort einen Straßenabschnitt asphaltieren, da ein Loch flicken … und dann bleibt der Steinbühl, was es jetzt auch ist, ein Flickwerk. Und wenn jetzt einer sagt „für Pressath taugts“ dann muss ich ganz klar sagen „nein es taugt eben nicht mehr“.
Auch eine Stadt steht in Konkurrenz zu anderen Städten und Gemeinden und wir dürfen uns nicht abhängen lassen. Und unsere Stadt ist es wert, dass wir uns dafür einsetzen und unsere Stadt zukunftsfähig und lebensfähig ausrichten. Also lasst und beginnen.

Mein Ziel ist eine integrale Stadtplanung. Und dieses Ziel strebe ich nicht nur für den Steinbühl, sondern für die gesamte Stadt und auch für alle Ortsteile an.
Was bedeutet integrale Planung?
Es bedeutet nicht nur Straßen zu planen oder Kanal- und Trinkwassernetze, sondern die Struktur eines Quartiers zu erfassen und in die Planungen mit einfließen zu lassen.
Welche Beziehungen gibt es zwischen den Stadtteilen? Welche Ziele soll ein Stadtteil auch noch in 20 bis 30 Jahren erfüllen können? Wie kann man die Verkehrsströme in-nerhalb des Stadtteils lenken? Wie kann man kleinere Treffpunkte schaffen? Wie verän-dert sich die Bevölkerungsstruktur in der Stadt?
Die Stadt wird heute, und das ist gut so als Lebensraum gesehen und nicht mehr wie in den 60iger bis 80iger Jahren als Verkehrsraum mit möglichst vielen Parkplätzen und breiten Straßen. Die Mobilität wird sich verändern. Solche Fragen und zukünftige Entwicklungen oder Prognosen sind in ein Stadtplanungskonzept einzuarbeiten.

Bevor aber geplant wird gilt es Daten zu sammeln wie z. B. Leerstände, unbebaute Grundstücke, Altersstruktur der Bewohner, Alter der Bebauung, Zustandsbewertungen von Kanal, Wasser, Medienversorgung und, und, und ……

Basierend auf diese Daten erfolgt eine erste Planung von z. B. Mobilität mit Hauptverkehrswegen, Nebenwegen, Gehwegen, Radwegen. Danach folgen Infrastruktur, wie Kanalsysteme, Trinkwasser, etc. ……

In weiteren Schritten werden die Bewohner/innen befragt, zu privaten Sanierungsmaßnahmen, Fernwärme, Internet, etc. und dann erstellen wir ein erstes Planungskonzept.

Und dann kommt der vielleicht wichtigste Schritt: „Miteinander Reden“.
In Bürgerversammlungen werden wir zusammen, und das möchte ich nochmals betonen, zusammen nach Lösungen suchen, Konzepte entwickeln und die Planungen fortschreiben. Vorstellen kann ich mir auch einen Bürgerausschuss, der regelmäßig tagt um Fragen zu klären und Ideen weiterzugeben.

Und dann stellt sich natürlich auch die Frage der Finanzierung. Welche Förderoptionen gibt es? Kann ein Wärmenetz verwirklicht werden und wird es dann z. B. fremdfinanziert oder ist eine Bürgerbeteiligung sinnvoller, und, und, und.
Wie dann einmal der Straßenbelag, das Gehwegpflaster, Lampen, etc. aussehen, das sind alles Details, die zum Ende der Planung festgelegt werden.

Wir werden dabei das Rad nicht neu erfinden. Es gibt viele Städte, in unserer Größe, mit gleichen Problemen und es gibt Städte, die derartige Maßnahmen bereits erfolgreich umgesetzt haben.

Unser gemeinsames Ziel muss sein:
Die Steinbühlsiedlung wurde beginnend ab den 60iger/70iger Jahren erbaut.
Schaffen wir mit unseren Planungen, mit unseren Ideen ein Quartier für Jung und Alt.
Schaffen wir gemeinsam einen Stadtteil, der für die Zukunft gerüstet ist.
Mit dem Stadtratsbeschluss ist ein erster kleiner, aber wichtiger Schritt getan.
Die eigentliche Arbeit beginnt jetzt.

Euer Bürgermeister
Bernhard Stangl


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