Glücksbringer im Rathaus

27 Jahre den Pressathern aufs Dach gestiegen

„Ein Kaminkehrer – darf ich dich mal anfassen“ Ein wenig Ruß – oder auch die goldenen Knöpfe der Zunftbekleidung anzufassen soll Glück bringen. So habe ich gerne einen Termin mit beiden Kaminkehrern – „unserem Alten“ und „unserem Neuen“ – vereinbart. Nach dem Motto doppelt Ruß, bringt doppelt Glück. Schon seit dem Mittelalter gelten die Kaminkehrer als Glücksbringer. Ein Schornsteinbrand konnte früher ganze Städte in Schutt und Asche legen. Pressath hätte in früheren Zeiten oft zwei dieser Glücksbringer nötigt gehabt. Vielleicht wären dann die großen Stadtbrände ausgeblieben.
Gab es früher kein „gscheids Essen“ lag das nicht immer an den Kochkünsten, sondern daran, das der Kamin nicht zog und der Ofen nicht brannte. Nachdem der Schornstein gereinigt war, konnten die Menschen wieder kochen und heizen.
Der Schornsteinfeger sorgte damit also wieder dafür, dass die Menschen leben konnten, es warm hatten und er brachte damit das Glück zurück in die Häuser. Ob das Essen dann auch wieder schmeckte und glücklich machte, sei mal dahingestellt.
Jedenfalls geht der Glaube, dass Kaminkehrer Glück bringen, bis auf das Mittelalter zurück.
Im Rathaus waren nun zwei dieser Glücksbringer unterwegs.
Reinhold Hirsch (links) übergibt den Pressather Kehrbezirk an seinen Nachfolger Christoph Fröhler (rechts). Der BGM in der Mitte – farblich angepasst 😊.

Seit dem 01.01.1994 betreute Kaminkehrermeister Reinhold Hirsch den Kehrbezirk Pressath und ist damit 27 Jahre lang uns Pressathern aufs Dach gestiegen. Am 31.01.2021 hängte er seinen Kehrbesen an den Nagel und ging in den wohl verdienten Ruhestand.
„Es gäbe so viele Geschichten zu erzählen... Ich möchte mich bei meiner Kundschaft für die vertrauensvolle und sehr nette Zusammenarbeit in all den Jahren be-danken. Ich hoffe Sie schenken dieses Vertrauen auch meinem Nachfolger Herrn Christoph Fröhler.“ Mit diesem Wunsch verabschiedete sich Reinhold Hirsch. Mit ihm wird sich auch sein Kollege Christian Pemp verabschieden, der sich beruflich neu orientiert.

Hr. Fröhler ist seit 17 Jahren Schornsteinfeger. Die letzten drei Jahre leitete er einen Kehrbezirk im Landkreis Freising. Zusammen mit seinem ebenfalls neuen Kollegen Tobias Ackermann aus Eschenbach wird er den Kehrbezirk nun übernehmen.
Ihre Aufgaben umfassen neben dem „Kehren“ auch Aufgaben wie Feuerstättenschau, Abnahme von Feuerungsanlagen, Überwachung der Einhaltung der Ener-gieeinsparverordnung …
Der 33- jährige Fröhler ist verheiratet – ich hoffe glücklich wie es sich für einen Kaminkehrer gehört und er hat mir folgenden kurzen Ausbildungsverlauf zukommen lassen:

Beginn der Lehre (Kehrbezirk Mitterteich) 01.09.2003 – vorzeitiger Abschluss 28.02.2006
2008 - Meisterprüfung im Kaminkehrerhandwerk
2010 - Weiterbildung zum Energieberater (HWK)
2015 - Weiterbildung zum Brandschutzbeauftragten

Geselle/Meistergeselle: von 2006 bis 2017 tätig im Kehrbezirk Mitterteich

01.01.2018 – 31.01.2021
Bestellung zum bevollmächtigen Kaminkehrermeister für den Kehrbezirk
Au i.d. Hallertau (Landkreis Freising)
01.02.2021
Bestellung zum bevollmächtigen Kaminkehrermeister für den Kehrbezirk Pressath durch die Regierung Oberpfalz.

Was wünscht man einem Kaminkehrer – natürlich Glück. Keine Unfälle. Immer Ruß im Gesicht, damit er auch uns Glück bringt.
Christoph Fröhler – herzlich willkommen in Pressath.


Dieser Artikel wurde bereits 772x aufgerufen.