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Ortsgeschichte Drucken E-Mail
Der Ortsname „Trabitz“ („Grasland“) sowie zahlreiche weitere Orts- und Flurnamen weisen auf eine mindestens bis in das 8. Jahrhundert zurückreichende slavische Besiedelung hin. Um 800 setzte unter baierisch-fränkischer Herrschaft von Süden her allmählich eine baierische Besiedelung ein, die slavische Bevölkerung wurde nach und nach friedlich „eingedeutscht“. Die älteste bekannte urkundliche Erwähnung eines heutigen Trabitzer Gemeindeteiles (Burkhardsreuth) datiert vom Jahre 1181; der Name „Trabitz“ ist in einem Lehenbuch vom Ende des 14. Jahrhunderts belegt.

Die Bilder des 1985 angenommenen Gemeindewappens erinnern an die beiden bedeutendsten historischen Grundherrschaften im heutigen Gemeindegebiet. Der Turm steht für das 1145 gegründete Prämonstratenserkloster Speinshart, das in den westlichen und mittleren Teilen der jetzigen Gemeinde Höfe und Ländereien unter seine Botmäßigkeit brachte. Auf die fränkischen Freiherren von Hirschberg, die ab dem 17. Jahrhundert in Weihersberg und Umgebung die wichtigsten Grundherren waren und denen noch heute das Schloss Weihersberg gehört, verweist der Hirsch im oberen Wappenfeld.

Die Nordoberpfalz ist traditionell ein land-, forst- und fischereiwirtschaftlich geprägtes Land. Doch auch Hammerwerke, Schmieden und Mühlen bestanden im Gemeindegebiet seit dem Mittelalter. Die Eröffnung der Eisenbahnstrecke Bayreuth-Weiden 1863 setzte einen allmählichen Strukturwandel in Gang. Eine Glasschleiferei und eine Spiegelglasfabrik nahmen bald darauf ihren Betrieb auf. Aus ganz Ostbayern und Böhmen zogen Glashüttenarbeiter hierher. Doch in den 1920er Jahren sank die Nachfrage, die Weltwirtschaftskrise warf ihre Schatten auch auf Trabitz, und 1929/30 mussten die Glaswerke schließen. Arbeitslosigkeit und Verelendung waren die Folge, und viele Glasarbeiter wanderten in die USA aus.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde Trabitz dann aber erneut zu einem Industriestandort. Das Nürnberger Unternehmen Paul Leistritz verlagerte 1941 eine Fertigungsstätte für Auspuff-Schalldämpfer hierher. Bis heute ist dieses Werk, das 1994 an die französische Firma ECIA (seit 1997 Faurecia) verkauft wurde, der wichtigste Arbeitgeber der Gemeinde. Die einstmals vorherrschende Landwirtschaft hat nach dem Zweiten Weltkrieg zusehends an Bedeutung verloren.

Nach 1945 ließen sich Vertriebene, überwiegend Sudetendeutsche aus der Tschechoslowakei sowie Schlesier, in unserem Gebiet nieder. Seit den 1960er Jahren sind mehrere Neubaugebiete ausgewiesen worden, als größtes davon die „Siedlung Kurbersdorf“. Die heutige Gemeinde Trabitz ist das Ergebnis der Gebietsreform: 1972 schloss sich ein Teil der Gemeinde Pichlberg mit der Gemeinde Preißach zusammen, 1975 folgten die Gemeinden Weihersberg und Feilersdorf. Die nunmehrige Großgemeinde Preißach nahm 1978 den Namen „Trabitz“ an. Die Namensgebung spiegelt wider, dass schon die Verwaltung der alten Gemeinde Preißach 1962 ihren Sitz in Trabitz genommen hatte, das längst auch zum wirtschaftlichen Zentrum des Gebietes geworden war. Mit der Auflösung des Kreises Eschenbach 1972 wurde unser Gebiet dem Großlandkreis Neustadt an der Waldnaab zugeteilt. 1975 schlossen sich die Stadt Pressath und die Gemeinden Preißach (Trabitz) und Schwarzenbach zur Verwaltungsgemeinschaft Pressath zusammen.


Wappenbeschreibung & -geschichte: Link zum Haus der Bayrischen Geschichte
 

   
 
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